Nach einem leckeren Frühstück zu viert – das ist auch wieder ganz anders, als in den vergangenen Wochen – fahren wir vier im Ford Fiesta nach Somerset West. Eigentlich eine gemütliche Fahrt über einen gut ausgebauten Bergpass. Aber heute ist das ganz anders. Schon nach kurzer Fahrt staut sich der Verkehr und wir werden umgeleitet. Die Straße ist nach einem oder mehreren Unfälle gesperrt.
Jetzt geht es an der wunderschönen Straße durch kleine Orte immer an der Küste entlang. Da der Pass aber in beide Richtungen gesperrt ist, ist diese Straße in beide Richtungen durch den Verkehr völlig überlastet. Lange Zeit staut sich der Verkehr, besonders bei den Ortsdurchfahrten. An den Bergen hängen dicke Wolken. Das Wetter kann sich noch nicht so recht entscheiden.
Astrid und Jens sind mit Ihren Kindern und Enkelkindern aus Kapstadt verabredet und die müssen nun auf uns warten. Astrid fährt die kurvige Straße gar nicht so gerne. Wir anderen genießen die Fahrt.
Nur ein wenig verspätet treffen wir am vereinbarten Punkt ein und fahren hinter dem Auto vom Greg – Schwiegersohn – zum Wine Yard Vergelegen.
Ein großes Weingut, angelegt wie ein Schloßgarten und einem tollen Wald. In diesem Wald stehen die gedeckten Tische. Die einzelnen Tische stehen hier sehr weit auseinander, so dass niemand durch den Nachbartisch gestört werden kann. Nachdem wir zu unserem Tisch geleitet wurden, wird das bestellte Picknick serviert. Ein leckeres Essen in gemütlicher Runde bei immer besser werdendem Wetter, auch die Sonne scheint noch durch die Bäume. Eine tolle Umgebung.
Später spazieren wir noch gemeinsam durch den Wald und Park und freuen uns an der Anlage.
Der Heimweg am Nachmittag verläuft total entspannt über den inzwischen wieder geöffneten Pass.
Den Abend verbringen wir wieder zu viert im Ferienhaus bei interessanten Gesprächen. Ein toller Tag geht zu Ende. Draußen wird es allerdings ziemlich ungemütlich. Den ganzen Abend braust der heftige Wind ums Haus und später fängt es auch an zu regnen.
Gefahrene Kilometer: weiss ich nicht – wir werden jetzt gefahren
Mittagessen: Picknick auf dem Weingut Vergelegen
Abendessen bei Astrid und Jens
Überrnachtung im Hause Milkwood Estate
Heute fahren wir zu Astrid und Jens und verbringen mit Ihnen unsere letzte Afrika-Woche. Wir sind sehr gespannt.
Beim ersten Blick aus unserem Zimmer sieht es morgens ziemlich trübe aus. Es stellt sich heraus, das es neblig ist. Schon auf der Fahrt durch Swellendam zeigt sich, dass der Nebel sich verzieht und es ein sonniger Tag wird.
Wir fahren zunächst auf der N2 in Richtung Capetown. Verlassen diese Autobahn aber, um auf der kleineren R326 ein wenig mehr über Land zu fahren. Wir haben Zeit und genießen die Fahrt.
Ungefähr eine Stunde vor Hermanus kündigen wir unser Eintreffen per SMS an und bekommen sogleich eine freudige Antwort. Gegen 11:30 treffen wir im Milkwood Estate ein und werden herzlich empfangen. Alles hat super geklappt. Wir alle sind happy und haben uns viel zu erzählen.
Den Leihwagen bringe ich mit Jens schnell zu AVIS in Hermanus. Den brauchen wir jetzt nicht mehr. Am Nachmittag machen wir – zu viert – einen schönen Spaziergang direkt an der Küste. Toll ist es hier.
Gefahrene Kilometer: 167
Getankt: Benzin
Mittag- und Abendessen bei Astrid und Jens
Überrnachtung im Hause Milkwood Estate
Über die R319 fahren wir nach L‘Ahulgas mit seinem alten Leuchtturm und dem „Southern most tip of Africa“. Hier treffen der warme indische Ozean und der kalte Atlantik auf einander. Die Straße dorthin erinnert uns an die kleineren Highways in Amerika ,,,, gaaanz lange geradeaus, wenige flache Kurven, nur mal Hügel rauf und Hügel wieder runter und gaaanz lange geradeaus.
Bei ganz klarem Wetter fahren wir los und je weiter wir an die Küste kommen, umso wolkiger und windiger wird das Wetter. In L‘Alhulgas angekommen ziehen wir zur Besteigung des Leuchtturms sogar die Fleecejacken über. Die steilen Leitern meistern wird gekonnt. Oben weht ein ziemlich frischer Wind.
Wir genießen den Ausblick, besuchen kurz das kleine angegliederte Museum und gehen danach zum „Southern most tip of Africa“. Wir waren dort: am Ende des Kontinents.
Später fahren wir nach Arniston. Spazieren durch den Ort, mit den typischen Fischerhäusern im kapholländischen Stil und den bunten Fischerbooten, die an Land liegen/stehen.
Wir gehen an den Strand und laufen ein wenig herum. Schließlich setzen wir uns in den warmen Sand und schauen den Wellen zu. Wir bewundern die leuchtenden Farben des Wassers und freuen uns im Sonnenschein.
Am frühen Nachmittag fahren wir zurück in Richtung Swellendam. Hier besuchen wir noch den – ziemlich uninteressanten – Bontebok National Park.
Gefahrene Kilometer: 311
Abendessen im Old Mill
Übernachtung im Braeside Guesthouse
P.S.: Eigentlich wollte ich an dieser Stelle schreiben, dass wir ab morgen (bei Astrid und Jens) kein Internet mehr haben, aber leider funktioniert es hier schon nicht mehr.
Heute frühstücken wir auf der überdachten Terrasse des Advocate‘s Manor.
Irgendwie liegt immer noch ein Gewitter in der Luft. Es hat aber nur sehr wenig geregnet.
Wir fahren heute auf der R62 quer durch die Kleine Karoo nach Swellendam. Da alle Welt inzwischen die als Autobahn ausgebaute N2 zur schnellen Verbindung nach Kapstadt benutzt, ist auf der „alten“ R62 nicht viel Verkehr und es fahren überhaupt keine Lastwagen. Die N2 führt an der Küste entlang und die R62 geht durchs Land. Rechts von der Straße türmen sich graue Wolkenberge über das Gebirgsmassiv der Swartberge. Links der Straße wird die Bewölkung dünner und heller. Je weiter wir uns von Oudtshoorn entfernen, umso sonniger und wärmer wird es. Trotzdem müssen wir durch einen Regenschauer fahren.
Landschaftlich ändert sich das Bild ständig. Zunächst überwiegt noch das vertrocknete Buschland. Doch schon bald sehen wir wieder Rinder anstatt der Strauße auf den jetzt grünen Wiesen stehen. Immer mehr prägt die wasserintensive Landwirtschaft das Bild.
Bei Barrydale verlassen wir die Route (?) 62 und fahren über einen weiteren Gebirgspass direkt nach Swellendam.
Den Ort erreichen wir gegen Mittag bei inzwischen wieder über 30° und herrlichem Sonnenschein. Swellendam ist eine der ältesten Städte Südafrikas und hat heute etwa 17.000 Einwohner. Viele alte Häuser sind in einem hervorragenden Zustand. Auch unsere Unterkunft, das Braeside Guesthouse, ist ein altes, verwinkeltes Gebäude in einem schönen Garten. Wie die meisten unserer Unterkünfte beherbergt es viele antike oder antik erscheinende (wir kennen uns da nicht so aus) Möbel. Das ist zwar nicht unbedingt unser Stil, aber doch sehr gemütlich.
Gefahrene Kilometer: 212
Getankt: 28,35 Liter zu 367,25 Rand
Abendessen im Field and fork – nicht ganz billig, aber super
Überrnachtung im Braeside Guesthouse
Wir fahren in die Karoo nach Prince Albert, ein kleiner Ort in der Karoo. Aber nicht der Ort ist das Wesentliche, diesmal ist wieder der Weg das Ziel. Zuerst suchen wir die Cango Caves auf. Die Cango Caves sind ein riesiges Tropfsteinhöhlensystem. Ein kleiner Teil dieser Höhlen ist für Besucher frei gegeben. Die (normalen) Führungen mit Guide beginnen immer zur vollen Stunden. Wir kommen kurz nach 9:00 Uhr an – also zu spät. Zur halben Stunde beginnt die Adventure-Führung. Die machen wir lieber nicht. Also warten wir bis 10:00 Uhr und haben Spaß an der Tour, die etwa ein Stunde dauert.
Danach geht‘s weiter in Richtung Prince Albert. Die gut ausgebaute Straße führt durch zum Teil sehr enge Schluchten. Es geht immer weiter bergauf. Und dann beginnt die unbefestigte Straße auf den Swartberg-Pass.
Jetzt wird es spannend. Von der gut ausgebauten Straße – eben noch – ist nichts mehr. Wir fahren eine häufig sehr enge Dirt-Road den Berg hinauf. Und auch wieder herunter. Zum Glück begegnen uns nur sehr wenige Fahrzeuge. Für größere Fahrzeuge (auch Wohnmobile) ist diese Straße nicht erlaubt.
Die Landschaft ist sehr karg und fast ohne Bewuchs. Als wir die Passhöhe überwunden haben, wird alles noch karger und vertrockneter. Wir sehen lange Zeit keine grünen Pflanzen mehr. Und inmitten dieser Ödnis liegt der kleine Ort Prince Albert. Eine grüne Oase mit sauberen Straßen, hübschen Häusern mit blühenden Gärten sowie einem Hotel und einer Kirche.
Wir stellen das Auto ab und laufen ein wenig im Ort umher. Schließlich setzen wir uns auf die gut besuchte Terrasse des Hotels, und essen zum Lunch.
Zurück nach Oudtshoorn fahren wir über die gut ausgebaute Straße nach Klaarstrom und De Rust. Hier machenn wir einen kleinen Abstecher zu einem „great Waterfall“, der sich allerdings als kleines Rinnsal entpuppt.
Abends gehen wir ein bisschen über das Festival und naschen uns an den Fressbuden satt. Es wird live Musik gespielt (Halbplayback), die wohl eher unseren Schlagern entspricht. Irgendwie nicht so ganz unser Ding. Macht aber nichts, es ist trotzdem nett und zum Glück nicht so sehr voll.
Es ist jetzt 22:00 und ein Gewitter bringt den hier ersehnten Regen. Achja, den ganzen Tag über ist es schön und sehr heiß (33°) gewesen.
Gefahrene Kilometer: 206
Abendessen auf dem Klein Karoo Kunste National Arts Festival 2017
Überrnachtung im Advocate‘s Manor
Heute morgen ist es kühl, aber nicht mehr ganz so trübe wie gestern. Die Fahrt geht nach Oudtshoorn. Wir sind immer wieder überrascht, wie gebirgig Südafrika ist. Die Straße führt uns zügig die Berge hinauf. Nur hinter den LKW‘s bleiben wir immer wieder hängen. Es geht immer höher, die Außentemperatur sinkt von anfangs 19° bis auf 15°. Leider kann ich nirgends anhalten, um ein paar Fotos von der faszinierenden Umgebung zu machen. Als es wieder bergab geht, hat sich die Landschaft total verändert. Wir fahren jetzt durch eine sehr trockene Gegend. Hier stehen kaum noch Bäume, nur ein paar niedrige Sträucher.
Die Außentemperatur steigt bei nur leichter Bewölkung schnell auf über 20°. Bald sehen wir auch die ersten Strauße in den Abzäunungen stehen.
Noch am Vormittag erreichen wir Oudtshoorn und finden schnell unser Quartier. Obwohl wir so früh sind, werden wir sehr freundlich empfangen und können unser – diesmal recht kleines und einfaches – Zimmer beziehen. Gleich danach machen wir uns auf den Weg, um eine in der Nähe befindliche Straußenfarm zu besichtigen. Hier bekommen wir, bei einer geführten Tour, einen Einblick in die Geschichte und das Tagesgeschehen der Straußenzucht in Südafrika. Früher begehrt wegen der Federn, heute wegen dem mageren Fleisch. Das uns dabei auch das Reiten der Strauße durch erwachsene Männer gezeigt wurde, hat uns mehr erschreckt als gefallen. Trotzdem ist es eine interessante Führung gewesen.




Später sind wir noch durch die Einkaufs- und Restaurantmeile von Oudtshoorn, die Baron van Reede Straat, geschlendert. Hier ist zur Zeit ganz viel abgesperrt und Zelte werden aufgebaut, denn morgen beginnt das „Klein Karoo Kunste National Arts Festival 2017“. Mal sehen, ob wir davon noch etwas mitbekommen, denn eigentlich haben wir für morgen schon Programm.
Gefahrene Kilometer: 157
Abendessen im Nostalgie (Ostrich / Strauß)
Übernachtung im Advocate‘s Manor
P.S.: Auf der heutigen Fahrt haben wir in vielen Orten Demonstrationen gegen den Präsidenten Zuma gesehen.
In der letzten Nacht hat es offensichtlich noch mehr geregnet. Wir ziehen lange Hosen an (komisches Gefühl) und fahren nach dem Frühstück an die Waterfront.. Bei leichtem Nieselregen bummeln wir an den Lokalen und Geschäften vorbei. Knysna wird offensichtlich von vielen Touristen besucht. Außerdem scheint jeder 2. oder 3. Laden ein Immobilienmakler zu sein.
Nach einigem Umherbummeln entschließen wir uns, den Viewpoint auf dem östllichen Knysna Head aufzusuchen. Die Knysna Heads sind die felsigen Hügel, die die Einfahrt vom Indischen Ozean in die fast 20 qkm große Lagune begrenzen. Der Weg auf den Hügel erinnert uns ein klein wenig an die Hollywood Hills. Hier stehen lauter Villen. Von dem Aussichtspunkt haben wir einen imposanten Blick auf die Brandung und auch über die Lagune und die Stadt. Leider fängt es immer mal wieder an zu regnen – wir haben ja Regenjacken dabei.
Gegen Mittag fahren wir einmal um die große Lagune herum nach Brenton on Sea und laufen ein ganze Zeit am fast menschenleeren Strand entlang.
Hier finden wir viele Schulpe (Rückenteil / Auftriebskörper) – Überreste von Tintenfischen.
Obwohl die N2 mitten durch den Ort führt, macht Knysna einen ziemlich entspannten Eindruck auf uns. Nur das Wetter könnte ruhig besser sein. Wir haben allerdings schon von vielen Seiten gehört, das die Menschen hier dringend auf den Regen warten, weil der Sommer viel zu trocken gewesen ist.
Nachmittags halten wir uns ein bisschen auf dem noch feuchten Balkon bzw. in unserem Zimmer auf – deshalb kann ich schon mal ein bisschen unser Tagebuch führen.
Gefahrene Kilometer: 47
Getankt: 33,10 Liter zu 428,67 Rand
Abendessen im 34South - wieder lecker Fisch
Übernachtung im Hamilton Manor